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Eidg. FA Unternehmensführung KMU
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« Fachfrau / Fachmann Unternehmensführung KMU mit eidgenössischem Fachausweis »

Die Anerkennung von Berufserfahrung erlaubt es, einen vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI anerkannten Fachausweis zu erlangen, ohne auf die Schulbank zurückkehren zu müssen. Er ist gleich wie ein Fachausweis, der auf dem schulischen Weg erlangt werden kann.

Der Fachausweis kann auf zwei verschiedenen Wegen erlangt werden, die auf einem gemeinsamen Kompetenzprofil beruhen. Das spezielle an diesem gemeinsamen Kompetenzprofil liegt darin, dass es Leistungen (bzw. Kenntnisse und Fertigkeiten) darstellt, die aus der Praxis kommen und auf der Berufserfahrung beruhen.

Die Führung eines Familien-KMU verbindet sowohl berufliche, wie familiäre und gesellschaftliche Verpflichtungen. Deshalb erscheinen in der breiten Palette der geforderten Kompetenzen die Führung eines Unternehmens und die Führung der familiären Beziehungen in der Unternehmung auf der gleichen Ebene wie Kenntnisse in Finanzen, Marketing oder Human Resources.

In der Schweiz führen gemäss Bundesamt für Statistik rund 64'000 Frauen eine Familien-KMU. Dieses Pilotprojekt hat zum Ziel, die beruflichen Kompetenzen, welche die Frauen durch Erfahrung erworben haben, anzuerkennen und ihnen das Niveau ihrer Qualifikationen, das sie im Laufe der Jahre erreicht haben, bewusst zu machen. Dieses Niveau ermöglicht ihnen, ihr Unternehmen erfolgreich zu führen.


Gleichwertigkeits-und Performanzdossier: Erlangung des Fachausweises in

zwei Etappen

1. Etappe Gleichwertigkeitsdossier
Die Kandidatinnen stellen ein Dossier zusammen, das ihre Kompetenzen für sämtliche Tätigkeitsbereiche, die dem Kompetenzprofil entsprechen, aufzeigt. Mit diesem Dossier können die Gleichwertigkeitsbestätigungen erlangt werden, die den Modulabschlüssen entsprechen. Die Dossiers werden von ExpertInnen geprüft, die speziell für die Validierung von Berufserfahrung ausgebildet werden. Kandidaten und Kandidatinnen, die sämtliche Bedingungen erfüllt haben, erhalten eine Gleichwertigkeitsbestätigung. Damit können sie sich für die Berufsprüfung anmelden. 


2. Etappe Performanzdossier (Berufsprüfung, die in der Höheren Berufsbildung für die Schweiz neuartig ist)
Im Pilotprojekt geht es darum, eine neue Form einer eidgenössischen Berufsprüfung zu entwickeln, die sowohl von denjenigen Kandidatinnen und Kandidaten absolviert werden muss, die sich über den Besuch von Modulen vorbereitet haben, als auch von diejenigen, die ein Gleichwertigkeitsdossier erstellten. Die Prüfung ist vollständig auf die Praxis ausgerichtet und muss folgenden Anforderungen genügen: Sachverhalte analysieren, Konzepte erarbeiten und umsetzen, Verbesserungsmassnahmen einleiten sowie Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken darlegen.

Die Prüfung setzt sich aus einem schriftlichen Performanzdossier und der mündlichen Präsentation dieses Dossiers zusammen. Im Performanzdossier legen die Kandidatinnen und Kandidaten dar, wie sie ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in der Praxis vollumfänglich umsetzen. Mit Hilfe von konkreten Beispielen aus ihrer eigenen Berufspraxis zeigen sie, wie sie ihren Betrieb führen, seinen Fortbestand garantieren und Wachstum ermöglichen. Dieses Dossier wird anschliessend bei der mündlichen Prüfung präsentiert und vor Experten erläutert.


Begleitprozess
Die Kandidatinnen profitieren von einem Begleitprozess, der ihren Verpflichtungen als Geschäftsführerinnen eines Familien-KMU Rechnung trägt. Spezialistinnen und Spezialisten, die selber Geschäftsführerinnen bzw. Geschäftsführer sind, begleiten sie während der 10 Monate dauernden Erstellung ihres Dossiers. Drei Wochenenden mit Begleitung in der Gruppe und zu ihrer Verfügung gestellte, standardisierte Informatikinstrumente; das sind die Mittel, die den Frauen erlauben, bei der Erstellung ihres Dossiers zügig voranzukommen und den Fachausweis mit einem optimalen Zeitaufwand zu erlangen. Es ist möglich, gewisse Kompetenzen mittels max. 10 Stunden individuellem Coaching (gegen einen Aufpreis) im Betrieb zu vervollständigen.

 

Zulassungsbedingungen

  • EFZ als Kauffrau oder gleichwertiger Abschluss und Nachweis von 2 Jahren Erfahrung an der Spitze eines Familien-KMU *
  • Ohne EFZ als Kauffrau Nachweis von 8 Jahren Erfahrung an der Spitze eines Familien-KMU

 

*Wir empfehlen mindestens acht Jahre Erfahrung an der Spitze eines Familien-KMU mit Führung von Mitarbeitenden

Im Bildungsbereich arbeiten der sgv und das Netzwerk der KMU Frauen Schweiz unter anderem mit dem Schweizerischen Institut für Unternehmerschulung SIU zusammen. Für die Kaderausbildung beim SIU erhalten die KMU Frauen einen reduzierten Preis.

Zahlreiche KMU Frauen Gruppen resp. kantonale Gewerbeverbände (LU, GR, TG, SG, BE, SO, ZH) führen zudem spezielle Geschäftsfrauen-Kurse durch. Auskünfte sind bei den Mitgliedern der KKF (vgl. Liste auf der Seite Downloads) im jeweiligen Kanton erhältlich.

Selbstbeurteilungstest

Mit einem Selbstbeurteilungstest schätzen Sie ein, ob die Kompetenzen, die Sie über Ihre Berufserfahrung erlangt haben, Ihnen die Zulassung zur Berufsprüfung «Fachausweis Fachfrau/Fachmann Unternehmensführung KMU» ermöglichen. Damit Sie am Pilotprojekt teilnehmen können, sollten Sie 60 % der Fragen pro Modul mit «Ja » beantworten können. Bei Fragen wenden Sie sich an die Verantwortliche des Begleitprozesses, Diane Reinhard, ihre Koordinaten finden Sie unten.

Selbstbeurteilungstest unter „Downloads zum Pilotprojekt

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: 
Diane Reinhard, Leiterin des Begleitprozesses, 079 321 09 64, diane.reinhard(at)potentialyse.ch

Oder an das Sekretariat der KMU Frauen Schweiz c/o sgv, info(at)kmufrauenschweiz.ch

 

Finanzielle Unterstützung
Das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann und das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI unterstützen das Projekt im Rahmen der Finanzhilfen nach dem Gleichstellungsgesetz.

Die Erlangung des Fachausweises Unternehmensführung KMU über den innovativen Weg der Validierung ihrer Berufserfahrung konnte dank der konsequenten finanziellen Unterstützung des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG und des Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI realisiert werden. Dem EBG und dem SBFI möchten wir auf diesem Weg unseren herzlichen Dank aussprechen. Mit dieser Unterstützung haben die KMU Frauen nun die Möglichkeit, ihre Berufserfahrung anerkennen zu lassen.

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